Botanisches

Wild-Apfel    Malus sylvestris (L.) MILL.

Jabloň lesní

Der Wild-Apfel, auch Holzapfel (Holzäppel) genannt, wächst ein- oder mehrstämmig bis zu einer Höhe von 10 Metern und teilweise höher. Entgegen der landläufigen Meinung ist der Wild-Apfel nicht der Vorfahre unseres Kulturapfels. Er ist die einzige wild vorkommende Apfelart  in Mitteleuropa. Der Wild-Apfel hybridisiert mit den Kultursorten.

Allgemeine Merkmale:

Blätter

glänzend grün, keine oder kaum Behaarung

Blüten

weiß oder hellrosa, im Ballonstadium etwas rötlich, Blütezeit: April–Mai

Früchte

2,5 – 3,5 cm kleine grüne bis gelbliche Äpfel, aromatisch duftend, sauer– adstringierend Reifezeit: September– Oktober

Blätter des Wild-Apfels

Der Wild-Apfel darf nur wenig oder kaum behaart sein. Betrachtet werden dabei Blattstiel und Blattunterseite. Auch an jungen Trieben sollten keine bis nur wenige Härchen zu finden sein.

Achtung: Die Behaarung kann sich im Jahresverlauf leicht ändern.

Die Blüten des Wild-apfels

Die Blütenbehaarung oder eben das Fehlen dieser ist ein wichtiges Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal.

Wenn Wild- und Kulturapfel miteinander hybridisieren, verändert sich auch die Stärke der Behaarung.

Eindeutige Ausprägung der Behaarungsmerkmale (siehe Darstellung *)

 

Die Früchte des Wild-apfels

Der Wild-Apfel ist ein Kleiner. Die maximale Größe wird mit ca. 3,5 cm angegeben.

Die Fruchtfarbe sollte grün bis gelblich sein und ohne ausgeprägte Streifen und/ oder rote Backen.

Beeinflussen können aber auch Standortbedingungen, z.B. Boden- und Nährstoffverhältnisse und verminderte Belichtung, die durch die Konkurrenz benachbarter Gehölze hervorgerufen werden.

 

Was ist was?

Wild-Apfel
  • keine Behaarung an Blättern und Blattstielen
  • meist abgeknickte Blattspitze
  • Zweige filigran
  • Blüten und Blütenstiele wenig oder nicht behaart
  • grüne bis gelbliche Äpfel bis 3,5cm mit adstringierendem Geschmack
Kulturapfel
  • Blattunterseiten und Blattstiele der Kulturäpfel sind behaart bis filzig, derb
  • Zweige kurz und gedrungen (außer Neutriebe)
  • Blüten oder Blütenstiele behaart bis filzig
  • Äpfel können rote Streifen oder Backen haben, meist wohlschmeckend und teilweise sehr groß (über 5 cm)

*Wild-Apfeltrieb ohne Behaarung (kahl)

Kulturapfeltrieb mit starker Behaarung am Trieb und an der Blattunterseite

Wild-Apfel

Blütenstiel und Fruchtknoten sind kahl (ohne/ kaum Behaarung)

Kultursorte

Blütenstiel und gesamter Fruchtknoten sind filzig (stark behaart)

Modelle von Wild-Apfel (links) und Kulturapfel (rechts)

(hergestellt durch die Firma Somso Coburg für die Ausstellung „Gebirgseberesche, Wacholder und Co- die Geheimnisse der Wildobstarten in Sachsen“ –beendet-)